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Neun Fragen
an Präsident Wladimir Putin
Die Fragen und zu klärenden Themenbereiche stellen die Grundlage für weitere Fortschritte in der Klärung des Schicksals des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg dar.

Präsident Putin muß sich mit der Beantwortung der Fragen in seinen Bemühungen um eine Aufklärung des Verschwindens Raoul Wallenbergs in der stalinistischen Sowjetunion messen lassen.

Allein eine umfassende und der historischen Wahrheit gerecht werdende Behandlung des sogenannten Falles Wallenberg führt zu einen notwendigen Bruch mit dem Verhalten der bisherigen Moskauer Administrationen.
  1. Kann Moskau durch seinen vom Volk gewählten Präsidenten anerkennen, daß der junge schwedische Diplomat aus humanitären Gründen nach Budapest ging und in keiner Verbindung zu von Himmler ausgehenden Separatfriedensverhandlungen für den westlichen Teil der alliierten Front stand?
  2. Wie steht das heutige Rußland zu der Verhaftung des Diplomaten eines neutralen Landes durch die Sondereinheit SMERSH des stalinistischen Geheimdienstes?
    Wird der Akt als völkerrechtswidrig angesehen?
  3. Raoul Wallenberg wurde 1947 in das KGB-Sondergefängnis in Wladimir verlegt und dort lange Jahre von der Ärztin Irina Butowa behandelt. Welche Krankheiten standen zur Behandlung an, welche Behandlungsmethoden wurden gewählt?
  4. Welche Position nimmt der russische Präsident Putin im Hinblick auf die von Stalin verhafteten und verschleppten Polen - die von Andrej Sacharow teilweise erfolgreich gesucht wurden - und US-amerikanischen Soldaten des Zweiten Weltkrieges ein?
  5. In welchen Lagern wurden die Polen und US-Amerikaner gefangengehalten und wo befinden sie sich heute?
    Wann werden die Akten über diese Speziallager der Öffentlichkeit zugänglich gemacht? Ist Moskau bereit, sie einer Internationalen Historiker-Kommission mit russischer Beteiligung zu überreichen?
  6. Das KGB und sein Nachfolger, der FSB, verwahren die Wallenberg-Akte, immerhin gute 1,20 Meter Akten, außerhalb von Moskau in einem Spezialarchiv.
    Wann werden alle Unterlagen, insbesondere die aktenmäßig erfaßten Informationen, der Familie Raoul Wallenbergs überreicht?
  7. Wer trägt die Verantwortung dafür, daß nach Aussage des früheren KGB-Chefs Bakatin KGB-Leute bewußt Spuren verwischt haben, obwohl im Rahmen von Glasnost und Perestrojka auch im Fall Wallenberg eine andere Politik gestaltet werden sollte?
  8. Welche Diagnose stellten die behandelnden Ärzte, als sie Raoul Wallenberg Ende der achtziger Jahre auf Grund eines Magenleidens behandelten?
  9. Hat Moskau die Größe, anzuerkennen, daß die Welt sich aus tief empfundenen Respekt vor der historischen Leistung Raoul Wallenbergs nach ihm erkundigt und keinesfalls aus Gründen einer antisowjetischen oder antirussischen Haltung?

"Es gibt schwer zu überprüfende Nachrichten, die sein Überleben in sowjetischen Gefängnissen bezeugen. In langen und ernsten Gesprächen habe ich Generalsekretär Gorbatschow während meines offiziellen Besuchs in der Sowjetunion im Oktober 1988 und seines Besuchs in der Bundesrepublik Deutschland im Juni 1989 auf das ungeklärte Schicksal dieses ungewöhnlich mutigen Mannes hingewiesen."
(Helmut Kohl)