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Informationsblatt des Außenministeriums der UdSSR
31. Mai 1991, Seite 25

Am 24. April fand im Außenministerium der UdSSR ein Treffen zwischen dem Stellvertreter des Außenministers der UdSSR, W. Nikiforow, dem Stellvertreter des KGB-Vorsitzenden, W. Lebedew, und dem Stellvertreter des Innenministers der UdSSR, L. Sisow, mit dem Botschafter Schwedens in der UdSSR, Ö. Berner und Professor Guy von Dardel, dem Bruder des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg, der im Juni 1947 im Lubjanka-Gefängnis gestorben ist, statt.

Von der schwedischen Seite wurde eine Reihe von Fragen gestellt, die das Schicksal Raoul Wallenbergs und die von den sowjetischen Behörden geführten Untersuchungen betrafen.

Von sowjetischer Seite wurde erklärt, daß der Tod Wallenbergs im Jahr 1947 unwiderlegbar und die weitere Untersuchung seines Schicksals damit perspektivlos ist.

Grundsätzlich könnten wir alles wie es ist beibehalten:
KGB der UdSSR, Innenministerium der UdSSR und das Außenministerium der UdSSR haben im Geist der Transparenz und Offenheit eine große Arbeit zur Feststellung aller möglichen Informationen über das Schicksal Wallenbergs vollbracht, die Fragen der schwedischen Seite und der Vertreter der internationalen Gruppe beantwortet und alle Materialien zur Verfügung gestellt. Wir haben nichts mehr. Für uns ist die Frage des Schicksals Wallenbergs geklärt.

Aber trotzdem sind wir zur weiteren Zusammenarbeit mit der schwedischen Seite in dieser Angelegenheit bereit. Unser Ziel ist es, das restliche verbliebene Mißtrauen abzubauen, den Punkt auf das "i" zu setzen und alle auf der schwedischen Seite verbliebenen Vorbehalte zu beseitigen.

In diesem Zusammenhang wurde der schwedischen Seite vorgeschlagen, gemeinsam eine Liste der noch offenen Fragen und den Wegen ihrer Klärung zu entwerfen.

Wir schlagen vor, mit den offiziellen schwedischen Experten den größten Teil der Arbeit, darunter die Überprüfung einiger Quellen, anzugehen. Wir sind der Ansicht, die Abstimmung der Liste durch die Vertreter der von dem schwedischen und sowjetischen Außenminsterium und der anderer Sonderdienste zusammen durchzuführen.

Von unserer Seite sind solche Vertreter schon ernannt und bereit, sich in der nächsten Zeit mit den schwedischen Vertretern zu treffen und die Abstimmung vorzunehmen.

Es wurde auch die Bereitschaft gezeigt, in Moskau die schwedischen Experten zu empfangen, um den Smolzow-Bericht zu untersuchen. Der Bericht ist das einzige verbliebene Dokument, welches von Wallenbergs Tod zeugt.

Die schwedischen Vertreter des Treffens haben ihr Verständnis über ein solches Vorgehen geäußert.