Raoul Wallenberg Zurück zur Startseite
     
 
Interview mit Wadim Bakatin, Chef des sowjetischen Geheimdienstes KGB im Jahr 1991
In: "DER SPIEGEL" 47/1991 (Ausschnitt)

SPIEGEL: Akzeptieren Sie ein Interesse des Auslandes, die Hintergründe vieler Affären zu erfahen wie den Fall Wallenberg oder das Attentat auf den Papst und die Auftraggeber des Kennedy-Mörders Oswald?

Bakatin: Das darf man nicht ignorieren. In Sachen Raoul Wallenberg habe ich mich von Anfang an für rückhaltlose Aufklärung eingesetzt. Wir haben gesucht, einiges gefunden und auch das (schwedische) Wallenberg-Komitee darüber informiert, und wir suchen weiter. Das neueste Material soll Michail Gorbatschow demnächst übergeben, denn wir haben es im Parteiarchiv aufgespürt.

SPIEGEL: Wann, wo und wie ist Raoul Wallenberg gestorben?

Bakatin: Das wissen wir noch nicht. Immer wieder fehlt ein entscheidendes Dokument. Die Leute, die da die Spuren verwischt haben, waren Profis. Im Fall Oswald haben wir alles über seine zeit in Minsk und in Moskau. Er wurde beschattet, seine Gespräche wurden abgehört. Aber Hinweise auf eine Verbindung zum KGB lassen sich nicht feststellen.

[...]
Zum Papst-Attentat hat sich in den Archiven nichts finden lassen.