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Den Juden helfen - wie denkt Moskau?
Auskünfte von Paul Merker

Der deutsche Kommunist Paul Merker, Mitglied im ZK der SED, bemühte sich in der DDR um einen Ausgleich mit Israel. Er wollte in Anbetracht der entsetzlichen Verbrechen Deutscher an den Juden Europas zwischen dem sozialistischen Deutschland und Israel einen Neuanfang wagen.
Er wurde auf Grund dieser Geisteshaltung im August 1950 aus dem ZK und der Partei ausgeschlossen und war von Dezember 1952 bis Januar 1956 in Haft. Seine STASI-Akte umfaßt mehr als tausend Seiten.
Die Vorwürfe, denen er in den Verhören ausgesetzt war, geben Aufschluß über die Denkweise sowohl der DDR-Geheimdienstmitarbeiter als auch von deren sowjetischen Kollegen:


"Es war den sowjetischen und deutschen Vernehmern völlig unverständlich, daß ein Nicht-Jude, wie ich, für die Juden eintrete, wenn er nicht in ihrem Sold oder im Sold jüdischer Organisationen stehe, wobei die letzteren ausnahmslos als Agenturen imperialistischer Mächte anzusehen seien. Daher könne ein Nicht-Jude, der so wie ich für die Juden eingetreten sei, auch nur ein Agent des Imperialismus sein."